„Die Kreativität des Menschen ist das wahre Kapital.“ (J. Beuys)

Das Fach Bildende Kunst vermittelt gestalterische Kenntnisse und Fähigkeiten in den Bereichen freie Kunst, visuelle Kommunikation, gebaute Umwelt und Alltagskultur.

Damit wird eine neue Sicht der Dinge entfaltet. Gegenüber einer Trivialisierung von Kultur entwickeln Schülerinnen und Schüler qualitative Maßstäbe und überdenken Wertvorstellungen.
Sie werden ermutigt, jenseits reproduzierter Schemata ästhetische Entdeckungen zu machen, Feinheiten zu untersuchen, alternative Sichtweisen zu entwickeln, gegen Trends zu denken und neue Erfahrungshorizonte zu erschließen. Kunstunterricht trägt damit zur Ausbildung von Empathie, Erlebnis- und Verstehensfähigkeit in einer von vielfältigen – und teils auch widersprüchlichen – globalen Kulturprozessen bestimmten Welt bei.

Das erwartet die Schüler in den einzelnen Stufen:

Der Kunstunterricht in der in der Beobachtungsstufe findet 2-stündig im Klassenverband statt Hier überwiegen praktische Prozessen, in denen Motivation und Freude am Gestalten erhalten und gefördert werden.

Das Fach bildende Kunst hilft Schülerinnen und Schülern, ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse, ihre Wahrnehmungen, Vorstellungen und Empfindungen zu klären und zu differenzieren. Unsere Schülerinnen und Schüler sollen im Kunstunterricht die Möglichkeit erhalten, persönliche Erfahrungen, Erlebnisse und Gefühle auf produktive Art zu erleben, darzustellen und mitzuteilen. In Werkstattsituationen arbeiten die Lernenden an Aufgabenstellungen, in denen sie Materialien, Techniken, Vorgehensweisen und gestalterische Strategien sowie ihre Wirkung erfahren.

Aktivitäten

In den Jahrgangsstufen 5 und 6 nutzen die Schülerinnen und Schüler ihren Forschungsdrang vor allem um zunehmend systematisches Wissen über Materialien, Techniken und Arbeitsverfahren sowie handwerkliche und gestalterische Fähigkeiten zu erwerben.

Im Sinne des für die Beobachtungsstufe vorgegebenen Orientierungsbegriffes der Systematik haben als einen unserer malerischen Schwerpunkte in der 5. Klasse die Einführung in die Farbenlehre gesetzt. Dabei lernen unserer Schüler Farben differenziert wahrzunehmen, um sie ihren Gestaltungsabsichten entsprechend gezielt mischen zu können (anstatt auf die vorgefertigten Angebote des Farbkastens angewiesen zu sein).

Im Bereich grafischen Arbeitens lassen wir die Schülerinnen und Schüler der 6. und 7. Klasse Comics und Grafic Novels erarbeiten (fächerverbindend mit Englisch und Deutsch) Lernziel ist hierbei Gefühle und Stimmungen von Figuren durch Mimik oder Körperhaltung zu vermitteln. Neben der freien Zeichnung führen wir auch in die handwerklichen Grundlagen der Druckgrafik ein.

Ein weiteres Themenfeld des Kunstunterrichtes ist eine Einführung in das dreidimensonale Arbeiten. Hier wurde beispielsweise bereits mit großen Pop-Art-Skulpturen in den Schulalltag eingegriffen. Unser besonderer Stolz gilt allerdings unserem Töpferofen, der plastisches Gestalten in Ton erlaubt. Die Darstellung von Räumlichkeit auf der Fläche, also perspektivische Techniken, werden von Jahrgang 5 an aufbauend vermittelt.

Auch in der Werkbetrachtung wird systematisches Vorgehen angebahnt, indem die Schülerinnen und Schüler lernen Bilder zu beschreiben (und beispielsweise zwischen Vorder-, Mittel- und Hintergrund zu differenzieren). Gleichzeitig sind die eigenen Arbeiten Gegenstand von Unterrichtsgesprächen und Arbeitsaufgaben, wobei sich die Schülerinnen und Schüler bemühen, Erfolgskriterien zu finden und anzuwenden.

Im Rahmen unseres bilingualen Bildungsangebotes bieten wir in Jahrgang 6 für einige Klassen Kunstunterricht auf Englisch an.

Beispiele Unterrichtsergebnisse

  • Comiczeichnungen
  • dreidimensionale Arbeiten in Ton oder als große Pop-Art Skulpturen (deren Platzierung in der Schule für Irritation im Alltag sorgte)
  • Einführung in Drucktechniken
  • Werkbetrachtungen in Form erster Bildbeschreibungen
  • Bilder aus Naturmaterialien

Die künstlerische Arbeit in der Mittelstufe versucht verstärkt die Lebenswirklichkeit der SchülerInnen einzubeziehen. Die praktischen Themen beinhalten auch jeweils Phasen der Reflexion zur Bewusstmachung der Wirkungsmechanismen der jeweils eingesetzten künstlerischen Mittel. Durch gegenseitige Präsentationen wird der verbale Austausch über künstlerische Produkte eingeübt.

Aktivitäten

Der Kunstunterricht in Jahrgang 7 findet 2-stündig im Klassenverband statt. Vorgegebener Orientierungsbegriff der 7. und 8. Jahrgangsstufe ist die Erweiterung im Bereich der Ausdrucksmittel und ihrer Wahrnehmung.

Im Medium Malerei knüpfen wir hier an den Kompetenzen im Bereich der Farbenlehre aus der Orientierungsstufe an und erweitern diese um die Ausdrucksmittel (Farb-)Kontraste und komplexerer Farbwirkung.

Auch im Bereich grafischen Arbeitens ermöglicht die altersspezifische Entwicklung den Schülerinnen und Schülern in der 7. Klasse große Fortschritte. Sie bekommen erweiterte Kenntnisse in der narrativen Form der Bildgestaltung (Comic, Grafic Novel, Fotostory) durch das Einüben von Bild- und Kameraeinstellungen. Im Rahmen unseres Präsentationscurriculums wird die Anwendung von Kompositionswirkungen durch eine Aufgabe aus dem Bereich der Plakatgestaltung erprobt.

Im Rahmen des fächerverbindenden Unterrichts kann beispielsweise eine künstlerische Aufgabe zum Thema „Balladen“ gestellt werden, die die oben benannten Kompetenzen in Verbindung mit einem literarischen Werk zur Anwendung kommen lässt.

In Klasse 8 wird Kunst im Rahmen der ästhetischen Werkstätten angeboten. Hier können Schüler interessengeleitet Workshops wählen, in denen sie ihre  künstlerischen Fähigkeiten und Fertigkeiten vertiefen können. Lernziel dieser Unterrichtsform ist übergreifend die Einübung des selbstbestimmten Lernens, welches die Fähigkeit zur Konzeptentwicklung, Zeitplanung und Teamarbeit beinhaltet. Dies sind Fähigkeiten, die für die selbstbestimmte künstlerische Arbeit von grundlegender Bedeutung sind. Die Module werden jeweils mit einer Präsentation abgeschlossen und unsere Schüler angeleitet, sachorientiert und respektvoll Feedback zu den Werken ihrer MitschülerInnen zu geben. Beispiele von Werkstattthemen: Street-Art, Arbeit im Fotolabor, Rahmen- und Leinwandbau, Perspektivisches Zeichnen, Fotografie.

In den Jahrgangsstufen 9 und 10 liegt der Schwerpunkt der Auseinandersetzung darin, Bilder und Objekte zunehmend als Kommunikationsanlässe im Sinne von Bedeutungsträgern zu verstehen. Es wird also gelernt zwischen verschiedenen Darstellungsmitteln und -absichten, aber auch verschiedenen Medien und ihrem Ansatz zu differenzieren.

In Klasse 9 findet der Kunstunterricht für alle SuS im FU-Band statt. Im Modul „Demokratie und ihre Spielregeln“ wird Kunst im Verbund mit PGW und Theater unterrichtet. Die SuS lernen hier künstlerische Gestaltungsprinzipien in problemorientierten Zusammenhängen anzuwenden. Sie lernen Regeln der visuellen Gestaltungslehre am Beispiel von Wahlplakaten kennen (AIDA,Farbenlehre und Komposition) und diese bewusst für die Herstellung eines eigenen Wahlplakates anzuwenden. Diese Kompetenzen werden dann bei der Gründung einer Jugendpartei eingefordert, wenn es darum geht, diese inhaltlich und visuell performativ vorzustellen.

In Klasse 10 kann Kunst alternativ zu Musik oder DSP im Wahlbereich belegt werden. Durch die sich ausdifferenziertere Wahrnehmung und steigernde Ausdrucksmittel können menschliche Figuren im Laufe der Pubertät komplexer dargestellt werden. Diese Entwicklung schlägt sich in den Jahrgängen 9. und 10. nicht nur in der Zeichnung nieder, sondern sie ermöglicht auch ein anspruchsvolleres dreidimensionales Arbeitens mit einem Schwerpunkt auf Skulpturen oder Plastiken der menschlichen Figur wird von der beschreibenden Ebene langsam in die Analyse gewechselt, indem das Erkennen und versprachlichen können von angewandten gestalterischen Mittel eine immer größere Rolle einnimmt, welche es schließlich erlaubt, in den Bereich der Interpretation überzugehen.

In der 9. und 10. Klasse bieten wir im Wahlpflichtunterricht III künstlerische Kurse an, in denen unserer SchülerInnen ihre künstlerischen Kompetenzen vertiefen können:

Das Fach angewandte Kunst zielt auf eine besonders alltagsnahe Auseinandersetzung im Bereich von Kompetenzen in Kunst und Gestaltung: Zu diesen gehört Grafik- und Produkt- oder Modedesign, sowie Architektur und Arbeit im Bereich digitaler Medien.Im Wahlfach Atelier werden die kunstinteressierten SchülerInnen in besonderem Maße auf das Profil „Kunst und Kultur“ vorbereitet.

Beispiele Unterrichtsergebnisse:

  • sowohl an der korrekten Naturdarstellung orientierte als auch abstrakte Malerei
  • Skulpturen oder Plastiken (menschlicher Figuren)
  • Kombination verschiedener Medien (z.B. Fotografie und Linolschnitt)
  • kurze Filmclips
  • Analyse künstlerischer Arbeiten auf Basis ihrer Kommunikationsabsicht und der verwendeten künstlerischen Mittel

Der Kunstunterricht in der gymnasialen Oberstufe soll laut Rahmenplan die Schülerinnen und Schüler dazu befähigen zunehmend selbstständig zu lernen; er soll ihnen eine vertiefte Bildung und ein breites Orientierungswissen vermitteln sowie eine wissenschaftspropädeutische Grundbildung.

Wir möchten, aufbauend auf den erworbenen Kompetenzen in der Mittelstufe, unseren SuS individuelle künstlerische Lernwege ermöglichen durch ein Lernen, das in zunehmendem Maße die Fähigkeit zur Reflexion und Steuerung des eigenen Lernfortschritts fördert.

Aktivitäten

Für jedes Semester der Studienstufe entwickeln wir für die Lerngruppe ein Semestervorhaben, das als Klammer die Arbeit im Unterricht verbindet. Wir nehmen dabei Bezug auf die drei Bezugsfelder Freie Kunst, Architektur und Alltagskultur.

Die Gestaltungsvorhaben unterteilen sich in:

  • Arbeiten auf der Fläche. Hier geht es um die Herstellung und Untersuchung zweidimensionaler Werke, der Organisation der Fläche und die Verwendung des dazugehörigen Fachvokabulars
  • Arbeiten im Raum. Hier beschäftigen wir uns mit der Herstellung und Untersuchung dreidimensionaler Werke, der Körper-Raum-Beziehung, der Organisation und Konstruktion von Körpern im Raum und das Erlernen des dazugehörigen Fachvokabulars.
  • Arbeiten mit Zeit: Hier untersuchen und erproben die SuS Werke mit zeitlicher Dimension und ihren Organisationsformen (Handlung und Chronologie als zeitlichen Organisationsformen in Performance, Film, Storyboard, Grafic Novel o.ä.) oder beschäftigen sich in ihren Arbeiten mit kunst-, kultur- oder architekturgeschichtlichen Entwicklungen.

Die SuS können in der Oberstufe Bildende Kunst als zweistündigen Grundkurs wählen.

In der Profiloberstufe gibt es an unserer Schule das Profil „Kunst und Kultur“: Kunst als profilgebendes Fach – vierstündig, dazu Deutsch – vierstündig und Geschichte – vierstündig.).

Beispiele Unterrichtsergebnisse:

  • Portfolioarbeit mit individueller Schwerpunktsetzung zu Themen der aus der Bildenden Kunst und ihrer Geschichte
  • Bildinterpretation nach kunstwissenschaftlicher Orientierung
  • Architekturzeichnungen oder Modelle nach verschiedenen Entwurfsstrategien
  • Differenzierung zwischen praktischer, ästhetischer und symbolischer Funktion von Alltagsobjekten, nach denen diese analysiert und entworfen werden können
  • Vorgehen sowohl nach planerischen Strategien als auch nach Zufallsverfahren

Aktuelle Aktivitäten im künstlerischen Bereich: