Religionsunterrichts für alle

Welche Vorstellungen machen sich Menschen von Gott? Welche Vorstellungen mache ich mir von Gott? Kann ich überhaupt sachlich über Gott sprechen? Was bedeutet Glauben? Was kommt nach dem Tod?

Woher stammen die Weltreligionen? Was kennzeichnet sie? Welche religiösen Lebensweisen finden sich in unserer Stadt?

Wer bin ich? Welche Hoffnungen habe ich für mein Leben? Welche Erwartungen werden an mich gestellt? Was bedeutet Glück für mich? Wie beantworten die Religionen die Frage nach Glück und Sinn des Lebens?

Was ist gerecht? Welche Maßstäbe für Gerechtigkeit gibt es? Was können Religionen dazu beitragen, dass es in der Welt gerechter zugeht?

Um diese und viele andere Fragen geht es im Religionsunterricht.

Wie in ganz Hamburg, erteilen wir den Religionsunterricht für alle. Jeder Schüler und jede Schülerin ist willkommen, ob er/sie glaubt oder nicht, oder welcher Religion er/sie auch immer zugehören mag. Das wichtigste Lernziel ist, vom Anderen zu lernen, Vorurteile zu überwinden und den Dialog zu üben.

Die Auseinandersetzungen mit eigenen und fremden religiösen Traditionen ist wichtiger Bestandteil. Vor allem mit den Weltreligionen Judentum,  Christentum, Islam und dem Buddhismus beschäftigen wir uns immer wieder, von Klasse 5 bis zur Oberstufe. Auch Fragen der Ethik und Lebensgestaltung spielen eine große Rolle.

Unsere Schule hat eine besondere Tradition: Seit nunmehr 30 Jahren feiern wir vor den Weihnachtsferien und am letzten Schultag einen ökumenischen Schulgottesdienst. Er findet entweder in der evangelischen Blankeneser Kirche am Markt oder der katholischen Kirchengemeinde Maria Grün statt. Wir Lehrerinnen gestalten ihn zusammen mit Schülern und hauptamtlichen Mitarbeitern der Kirchengemeinde.

Das erwartet die Schüler in den einzelnen Stufen:

Auf der Grundlage des Hamburger Konzepts „Ein Religionsunterricht für alle“ lernen unsere Schülerinnen und Schüler unabhängig von Religionen und Weltanschauungen gemeinsam. Die kulturelle und religiöse Identität jedes Schülers/jeder Schülerin wird dabei geschützt und gewahrt. Die Themen des Religionsunterrichts können drei Bereichen zugeordnet werden:

Ethische Themen:

  • Wie gehen wir miteinander um?  Welche Regeln sind dafür wichtig? Was ist gerecht, was ungerecht? Was unterscheidet Wahrheit und Lüge? Welche besonderen Rechte benötigen Kinder?

Antworten auf zentrale Sinnfragen des Lebens:

  • z. B. Woher komme ich? Wer bin ich? Warum bin ich hier? Was wird mit mir passieren? Reden über Gott: Wie vielfältig sind die Bilder, die Menschen sich von Gott machen? Gibt es Gott überhaupt? Glaube und Naturwissenschaft: Wie ist die Welt entstanden?

Wissensgrundlagen über die Weltreligionen/ interreligiöser Dialog:

  • Kenntnisse über die fünf großen Weltreligionen, Heilige Schriften, Gebets- und Versammlungshäuser, Symbole, Mythen, Glaubensüberzeugungen, Feste

Dabei ist der „offene Dialog, in dem Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer ihre religiösen und weltanschaulichen Fragen und Überzeugungen zur Sprache bringen und reflektieren“*, ein wesentliches Element des Religionsunterrichts.

Aktivitäten

  • In Jahrgang 5 beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Fest einer Religion ihrer Wahl und stellen es den Mitschülern in einer kleinen Präsentation vor.
  • Im Rahmen einer Werkstattarbeit lernen die Schülerinnen und Schüler den Aufbau der Bibel kennen und lernen etwas über die Entstehung der Bibel.
  • Wir besichtigen nach Möglichkeit eine Kirche.
  • Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten mithilfe einer Bücherkiste wesentliche Inhalte der drei abrahamitischen Religionen und stellen diese den Mitschülerinnen und Mitschülern in Form einer Plakatpräsentation vor.
  • Wir besuchen nach Möglichkeit eine Moschee.

Beispiele Unterrichtsergebnisse

  • In Jahrgang 6 erstellen die Schülerinnen und Schüler Glücksmappen, in denen sie ihre persönlichen Vorstellungen von gelingendem Leben reflektieren. 

In der Mittelstufe wird Religion im Jahrgang 8, 9 und 10 unterrichtet. Themen aus der Unterstufe werden neu aufgenommen und vertieft.

Ethische Themen:

  • Welche Bedeutung haben Vorbilder und Idole für mein Leben?
  • Freundschaft, Liebe und Partnerschaft: Welche Werte leiten mich?

Antworten auf zentrale Sinnfragen des Lebens:

  • Wie gehen wir mit dem Tod in unserer Gesellschaft um? Welche Vorstellungen vom Leben nach dem Tod finden sich in den Religionen? Welche Bedeutung hat Religion in unserem gesellschaftlichen Zusammenleben? Kann man Gott beweisen?

Wissensgrundlagen über die Weltreligionen/ interreligiöser Dialog:

  • In jedem Jahrgang beschäftigen wir uns vertieft mit einer nichtchristlichen Religion: Jg. 8 Judentum, Jg. 9 Buddhismus, Jg. 10 Islam

Aktivitäten

  • Ab der Klassenstufe 8 können die Schülerinnen und Schüler im Wahlpflichtbereich II zwischen Religion und Philosophie wählen.
  • In Jahrgang 8 beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit einer berühmten Vorbildsperson, beurteilen ihre Lebensleistung und präsentieren ihre Ergebnisse den Mitschülerinnen und Mitschülern.
  • In Jahrgang 9 machen die Schülerinnen und Schüler ihr Sozialpraktikum. Sie werden  im Religionsunterricht darauf vorbereitet und tauschen ihre Erfahrungen aus.

Abhängig von den wechselnden Themen des Zentralabiturs und den Wünschen der Schüler werden mindestens vier der folgenden sechs Themenbereiche behandelt:

Religion, Religionen und interreligiöse Begegnung:

  • Was ermöglicht den Dialog der Religionen?
  • Was gefährdet den Dialog?
  • Wie ist mit den Gefahren des Fundamentalismus umzugehen?

Glaube und Wissenschaft:

  • Wie forschen die Naturwissenschaften?
  • Welche Bedeutung haben Schöpfungsmythen in der modernen Welt?
  • Welche Modelle zur Vereinbarkeit von Glauben und Naturwissenschaften gibt es?

Gott und Transzendenz:

  • Welche gemeinsamen und unterschiedlichen Vorstellungen von Gott werden in den heiligen Schriften der Religionen deutlich?
  • Warum lässt Gott das Leid zu?
  • Welche Gründe gibt es, Gottes Existenz  zu bestreiten?

Jesus- Christus:

  • Wer war Jesus von Nazareth?
  • Welche Botschaft verkündete er?
  • Warum musste er am Kreuz sterben?
  • Welche Deutungen der Auferstehung Jesu gibt es?
  • Was bedeuten die Hoheitstitel Messias  und Sohn Gottes?
  • Welche Sicht haben andere Religionen auf Jesus?

Mensch und Menschenbilder:

  • Was ist Menschenwürde und wie lässt sie sich begründen?
  • Welche gemeinsamen und unterschiedlichen Aussagen über den Menschen finden sich in den Religionen?

Freiheit und Verantwortung:

  • Wie gestalte ich mein Leben?
  • Wann beginnt menschliches Leben und was folgt daraus für die moderne Medizin?
  • Wie verträgt sich Religion mit Politik?

Aktivitäten

  • Religion wird an unserem Gymnasium als Wahlpflichtfach auf grundlegendem Niveau unterrichtet.
  • Wir üben uns im Umgang mit komplexer werdenden Texten, wenden wissenschaftspropädeutische Methoden an, arbeiten mit aktuellen Filmbeispielen.
  • Schülerinnen und Schüler halten Präsentationsleistungen zur Vorbereitung des mündlichen Abiturs.

Beispiele Unterrichtsergebnisse