Lernbüro

Lernbüro

Am Donnerstagmorgen stehen für die Klassen 6b, 6d und 6e drei Stunden „Lernbüro“ auf dem Stundenplan. Im Lernbüro sollen die Selbständigkeit und die Fähigkeit zur Selbstorganisation gestärkt werden. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten über ca. 5 Wochen an einem thematischen Modul (z.B. Glück, Steinzeit, Sagen) und organisieren sich dabei weitestgehend selbst (Zeitplanung, Wahl- und Pflichtaufgaben, Arbeitsformen, Material…). Außerdem steht in jedem Modul eine fachübergreifende Kompetenz im Zentrum, die durch die Lehrkraft vermittelt und angeleitet wird, und die dazu dient, die Schülerinnen und Schüler nach und nach zu mehr Selbstständigkeit zu führen (z.B. Arbeitsplan erstellen, Ordner führen, kooperatives Arbeiten). Dies sind Schlüsselkompetenzen, die die Schülerinnen und Schüler auf ihrem weiteren Bildungsweg sowie in der Arbeitswelt benötigen.

Eine typische Lernbürositzung besteht aus drei Teilen: Planung der nächsten Arbeitsschritte, Durchführung und Evaluation der Arbeitsschritte. Alle Phasen werden von der Lehrkraft intensiv begleitet und dokumentiert und die Schülerinnen und Schüler erhalten am Ende des Moduls eine individuelle Rückmeldung. So kann jedes Kind – in einem Rahmen, der die Mindestanforderungen sichert – seine eigenen Schwerpunkte setzen und die eigene Leistung reflektieren: „Welche Aufgaben habe ich bearbeitet? Habe ich geschafft, was ich mir vorgenommen habe? Was nehme ich mir für die nächste Woche vor?“ Den Schülerinnen und Schülern gelingt das – und das ist ganz normal – noch unterschiedlich gut. Eine beteiligte Kollegin kommentiert die Ergebnisse so: „Manche Schüler haben noch nicht so sorgfältig und genau gearbeitet, wie ich mir das wünsche. Aber ich habe einen sehr lebendigen Eindruck davon, wie meine Schüler arbeiten und sich organisieren. Das hat im normalen Unterricht viel länger gedauert.“

Das selbstständige Erarbeiten von Aufgaben über die Fachgrenzen hinweg ist eine echte Herausforderung für die Planung und Absprache unter den Kollegen, aber ist es die Mühe wert!

Die Fachcurricula sind in allen Klassen gleich. Für den Schulerfolg der Schülerinnen und Schüler ist es nicht maßgeblich, ob sie mit ihrer Klasse an diesem Pilotprojekt teilnehmen. Das Projekt wird sorgfältig evaluiert und weiterentwickelt und die Schulöffentlichkeit über den Arbeitsstand informiert.

Sven-Holger Hahn und Daniel Knafla