Ansprechpartner für Fragen, Anregungen und zur individuellen Beratung:
Uwe Merz,
Abteilungsleiter Beobachtungsstufe,
Tel. 040 428 9342 – 24,
E-Mail: uwe.merz(at)mdg-hamburg.de

Pädagogisches Konzept der Beobachtungsstufe

Fähigkeiten erkennen und vielfältig entwickeln

In der Vergangenheit hatte das Marion Dönhoff Gymnasium einen ausgesprochen mathematisch-naturwissenschaftlichen Schwerpunkt, der auch heute noch durch den Fachunterricht ergänzende Angebote im Wahlpflichtbereich und im Ganztag, erfolgreiche Beteiligungen an mathematisch-naturwissenschaftlichen Wettbewerben und einem seit Jahren etablierten Oberstufenprofil „Medizin und Technik“ mit den Fächern Physik, Chemie und Biologie fortwirkt.

Seit einigen Jahren ist in unserer pädagogischen Arbeit aber eine Reihe von weiteren Schwerpunkten gleichwertig hinzugetreten:

  • der sprachliche Bereich mit einem bilingualen Bildungsgang in Englisch, bilingualen Angeboten im Wahlpflichtbereich, einem fremdsprachlich-kulturellen Profil in der Oberstufe und der Möglichkeit verschiedene fremdsprachliche Zertifikate zu erwerben.
  • der sozial-gesellschaftliche Bereich mit dem Oberstufenprofil Erde-Mensch, dem Sozialpraktikum, dem Berufsorientierungskonzept sowie einer Partnerschaft mit einer Schule in Namibia, außerdem ist unsere Schule „Umweltschule in Europa“ und „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.
  • der ästhetische Bereich mit dem Werkstattunterricht in den Jahrgängen 7 und 8, vielfältigen außerunterrichtlichen Angeboten (vor allem im Rahmen des Ganztagesangebotes) und einem entsprechenden Oberstufenprofil „Kunst und Kultur“.

Daraus ist ein pädagogisches Konzept erwachsen, das Kinder nicht zu früh in einen bestimmten Schwerpunkt hinein zwängt. Vielmehr wollen wir unseren ambitionierten und motivierten Schülerinnen und Schülern zunächst an ein weit gefächertes inhaltliches Spektrum heranführen, um ihnen umfassende Erfahrungen mit der Vielfalt dieser Welt, aber auch mit ihren eigenen Kräften und Potentialen zu ermöglichen. Unterschiedlichste Anregungen und Herausforderungen sollen den Horizont der Kinder erweitern und ihre Kenntnisse und Fähigkeiten zunächst in alle Richtungen entfalten. Erst auf der Basis einer solchen Vielseitigkeit scheint uns dann eine individuelle Schwerpunktbildung möglich und sinnvoll.

Erziehung zu Selbständigkeit und Verantwortung

Zum pädagogischen Auftrag der Schule gehört nach unserem Verständnis nicht nur die Vermittlung von Wissen und Können, sondern auch die Entfaltung der Persönlichkeit jedes Kindes. Am Ende des Bildungsweges an unserer Schule wünschen wir uns Menschen, die sich umfassende fachliche und überfachliche Kompetenzen angeeignet haben und zugleich als Persönlichkeiten so stabil, selbständig und ihrer selbst bewusst sind, dass sie ihr eigenes Leben sinnvoll und erfüllt gestalten, mit differenzierter und multiperspektivischer Sicht an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen mitwirken und für andere Menschen sowie Natur und Umwelt Verantwortung übernehmen können.

Neben vielen anderen pädagogischen Mitteln ist unser schulinternes Curriculum zu Lern- und Arbeitsprozessen (das Präsentationscurriculum) ein wichtiges Instrument der Erziehung zur Selbständigkeit. Es hilft den Kindern, die eigenen Stärken bewusster und besser für ein erfolgreiches Lernen einzusetzen, fördert die Fähigkeit, sich in verschiedene Sozialformen des Lernens produktiv einzubringen und mit anderen empathisch und verständlich zu kommunizieren. Dazu gehört auch der kritisch reflektierte Umgang mit digitalen Medien.

Auf diese Weise wird es erleichtert, die hohen Anforderungen gymnasialen Lernens zu bewältigen. Erfolgreiches selbständiges Lernen stärkt zudem das Vertrauen in die eigenen Kräfte und entwickelt die Fähigkeit, für sich selbst und andere Verantwortung übernehmen zu können.

Eine wichtige Rolle im Hinblick auf soziale Verantwortung spielt auch der fest im Stundenplan verankerte Klassenrat, den die Schülerinnen und Schüler selbst organisieren und leiten. Hier wird die Gemeinschaft gefördert, Selbstständigkeit und Selbstverantwortung geübt, es werden Regeln verabredet, Konflikte konstruktiv gelöst und gemeinsame Unternehmungen geplant.

„Auf den Anfang kommt es an“

Der Wechsel von der Grundschule zum 8-stufigen Gymnasium bedeutet für die Schülerinnen und Schüler eine enorme Umstellung: Gewohnte emotionale und soziale Bindungen müssen verlassen und neue Beziehungen geschaffen und gestaltet werden. Zugleich wachsen die Anforderungen an den Lernprozess.

Deshalb setzen wir am Marion Dönhoff Gymnasium auf einen behutsamen Übergang: Bereits vor den Sommerferien kommen die Kinder zu ihren neuen Klassenlehrerinnen beziehungsweise Klassenlehrern und den anderen Mitschüler am Kennenlernnachmittag in einen ersten Kontakt. Nach der offiziellen Einschulungsfeier am Montag nach den Sommerferien verbringen die neuen Klassen die ersten drei Schulvormittage vollständig mit ihren Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern, die sich jeweils im Zweierteam um eine Klasse kümmern. So können sie die neue Umgebung, die Lehrerinnen und Lehrer sowie die Abläufe am Marion Dönhoff Gymnasium in Ruhe kennen lernen.

Unterstützt werden die „Neuen“ außerdem von Paten aus höheren Klassen, die den Kindern zusätzlich die Eingewöhnung erleichtern und bei so mancher Frage mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Die Fünftklässler erwartet gleich zu Anfang des Schuljahres eine wichtige Veranstaltung zur Vertiefung des sozialen Lernens und zur Stärkung der Klassengemeinschaft. In einer „Themenwoche“ in einem Anti-Mobbing-Projekt vor den Herbstferien wird das Verständnis für einen respektvollen Umgang miteinander auch in Konfliktsituationen vertieft und praktisch geübt.
Im Dezember organisieren die Klassen der Beobachtungsstufe außerdem einen Weihnachtsstand auf dem Blankeneser Markt mit selbst erstellten Basteleien zugunsten eines guten Zwecks, der vorher gemeinsam bestimmt wird.

Der Erfolg des Lernens hängt wesentlich davon ab, wie gut die Kinder sich selbst und ihren Lernprozess organisieren können. Unser eigens entwickelter Lernplaner (Hausaufgabenheft) hilft ihnen dabei, den Überblick über die zu erledigenden Aufgaben zu bewahren und unterstützt als Mitteilungsheft die Kommunikation zwischen Eltern und Lehrer/innen. Dieser Planer enthält auch wichtige fachbezogene Informationen und die wichtigsten Elemente des Präsentationscurriculums.

Lernen in der Beobachtungsstufe

Unsere Jüngsten haben im fünften Schuljahr insgesamt 30 Wochenstunden, d. h. der Unterricht beginnt um 8.00 Uhr und endet um 13.30 Uhr. In der sechsten Klasse erhöht sich der Unterricht auf 32 Wochenstunden zugunsten einer zweiten Fremdsprache. Einen beispielhaften Stundenplan für die fünfte und für die sechste Klasse finden Sie hier.

Besondere Förderung betreiben wir entsprechend einer Konzeption von Unterstützung und Herausforderung in zwei Richtungen. Einerseits gibt es Hilfs- und Unterstützungsangebote, um den Schülerinnen und Schülern beim Übergang von der Grundschule auf die weiterführende Schule dabei zu begleiten, punktuelle Schwächen und Defizite aufzuarbeiten. Diese Hilfsangebote (zum Beispiel im Bereich „Rechtschreibung“) haben das Ziel, die betreffenden Kinder möglichst schnell wieder zu einem Lernen zu befähigen, das ohne zusätzliche Fördermaßnahmen gelingt.

Viele unserer Schülerinnen und Schüler benötigen diese Art der Förderung nicht oder nur kurzfristig. Aber wir finden in unserer Schule sehr viele unterschiedliche besondere Begabungen und Interessen. Es gibt daher zusätzliche Angebote innerhalb und außerhalb des „normalen“ Unterrichts für Kinder, die besonders leistungsstark und motiviert sind und daher auch besondere Herausforderungen brauchen, um ihre Potentiale zu erproben und zu erweitern. Weitere Informationen zu den Förder-Konzepten an unserer Schule erhalten Sie hier.

Für Fragen und Anregungen sowie zur individuellen Beratung stehe ich den Eltern gerne zur Verfügung. Sie erreichen mich per Mail über uwe.merz@nullmdg-hamburg.de oder über das Sekretariat unter Tel. 428 9342-0.

Uwe Merz

Abteilungsleiter Beobachtungsstufe
am Marion Dönhoff Gymnasium