Berlin, Fußball, Teamgeist und ein Hauch von Olympia

Die U18-Fußballerinnen des Marion Dönhoff Gymnasiums beim Bundesfinale von „Jugend trainiert für Olympia und Paralympics“

Für die U18-Fußballerinnen des Marion Dönhoff Gymnasiums Blankenese ging im September ein besonderer sportlicher Traum in Erfüllung: Als Hamburger Meisterinnen reisten sie zum Herbst-Bundesfinale von „Jugend trainiert für Olympia & Paralympics“ nach Berlin. Vom 15. bis 19. September trafen dort die besten Schulmannschaften Deutschlands aufeinander – und mittendrin die Mädchen des MDG.

Bereits die Qualifikation für das Bundesfinale war ein großer Erfolg. Bei der Hamburger Meisterschaft hatte sich die Mannschaft souverän durchgesetzt und durfte somit das Bundesland Hamburg in Berlin vertreten.

Per Bahn ging es mit insgesamt 10 Spielerinnen in die Bundeshauptstadt, um sich mit den besten Schulmannschaften Deutschlands zu messen. Insgesamt waren zeitgleich 3600 Schülerinnen und Schüler in Berlin, die sich 3 Tage lang in 3 paralympischen und 10 olympischen Sportarten maßen.

In der Vorrunde traf das MDG auf starke Teams aus Baden-Württemberg, Thüringen und dem Saarland. Gegen das Schickhardt-Gymnasium Stuttgart (am Ende Deutsche Vizemeisterinnen der Schulen) und das Hochwald-Gymnasium Wadern aus dem Saarland zeigte sich die Mannschaft feldüberlegen und zeigte großartigen Fußball. Leider vergaß sie – trotz unzähligen Chancen – das Toreschießen. Zwischendurch Sportgymnasiums GutsMuths aus Jena (belegte am Ende den 3. Rang) spielte man munter mit, was den kombinationsstarken Gegnerinnen ein wenig in die Karten spielte, sodass man dieses Spiel am Ende deutlich verlor. Nichtsdestotrotz nahm die positiven Eindrücke aus dem ersten Wettkampftag mit und konnte mit einem guten Gefühl in den zweiten Turniertag starten, an dem es für die Hamburgerinnen in die Platzierungsrunde um die Plätze 9 bis 16 ging.

Im Viertelfinale der Platzierungsrunde 9-16 gegen das Donau-Gymnasium Kelheim aus Bayern gelang dann schließlich der langersehnte erste Treffer. Unglücklicherweise musste man auch hier dem Chancenwucher Tribut zollen und so mussten sich die MDG-Mädchen, trotz dominantem Spiel – selbst die bayrischen Trainerinnen und Zuschauerinnen waren begeistert von der Spielfreude der Blankeneser Mädchen -, den Gegnerinnen, mit einer großartig haltenden Torhüterin, mit 1:3 geschlagen geben.

Der angestaute Frust konnte aber in positive Energie umgewandelt werden und im weiteren Zwischenrundenspiel platzte dann förmlich der Knoten: Im Derby gegen die Theodor-Heuss-Schule Pinneberg aus Schleswig-Holstein feierte das MDG einen furiosen 13:2-Sieg. Dreizehn Tore – ein Ergebnis, das sicherlich auch bei den anderen Mannschaften für Gesprächsstoff sorgte und zeigte, dass mit den Hamburgerinnen weiterhin zu rechnen war.

Am letzten und dritten Wettkampftag ging es somit in das finale Platzierungsspiel im Nordderby gegen das Lloyd Gymnasium Bremerhaven, welches für das Bundesland Bremen antrat. Souverän und mit einem mehr als verdienten 2:1-Erfolg setzte sich das MDG durch und beendete das Bundesfinale auf einem hervorragenden 13. Platz.

13. Beste Schulmannschaft aus ganz Deutschland – ein riesiger Erfolg!

Zwischen Fußballplatz, Großstadtflair und Handball Champions League

Doch das Bundesfinale war natürlich weit mehr als nur Fußball.

Untergebracht war die Mannschaft in einem Hostel in Friedrichshain, wo – wie bei nahezu allen Mädchenfußballmannschaften – zahlreiche Teams aus verschiedenen Bundesländern wohnten. Beim Frühstück, auf den Fluren und nach den Spielen begegneten sich die Spielerinnen immer wieder. So entstand schnell eine ganz besondere Atmosphäre: Man war zwar auf dem Platz Konkurrentin, teilte aber gleichzeitig dieselbe Unterkunft und dieselbe Begeisterung für den Fußball.

Natürlich blieb auch Zeit, Berlin zu erleben. Ein besonderes Highlight war der gemeinsame Besuch eines Handball-Champions-League-Spiels der Füchse Berlin. Für viele war das sicherlich ein ganz besonderes Erlebnis – und eine willkommene Abwechslung zum eigenen Turnierstress.

Am letzten Abend erfolgte dann eine große Abschlussgala in der Max-Schmeling-Halle, bei der, ganz im Stil der Olympischen Spiele und der Paralympics, die jeweils drei erstplatzierten Mannschaften eines jeden Wettbewerbs auf dem Podest geehrt worden. Zudem gab es verschiedene Show-Acts und ein tolles Rahmenprogramm mit Musik, Tänzen und Mitmachaktionen. Ein gelungener Abschluss.

Überhaupt war die Reise eine gelungene Mischung aus sportlicher Herausforderung und Gemeinschaftserlebnis. Gemeinsam frühstücken, gemeinsam zum Spiel fahren, gemeinsam jubeln und sich nach einer Niederlage wieder aufrichten, abends durch Berlin unterwegs sein und schließlich gemeinsam im Hostel den Tag ausklingen lassen – genau diese Erlebnisse machen ein Bundesfinale zu etwas Besonderem.

Für die U18-Fußballerinnen des MDG waren die Tage in Berlin deshalb vor allem eine tolle Erfahrung – sportlich und menschlich. Sie haben Hamburg auf Bundesebene vertreten, gegen starke Mannschaften aus ganz Deutschland gespielt und mit dem 13:2 einen echten Turnierhöhepunkt gesetzt.

Und wahrscheinlich wird in einigen Jahren gar nicht mehr das einzelne Ergebnis im Vordergrund stehen, sondern die Erinnerung an eine besondere gemeinsame Reise: Berlin, Fußball, Champions League, das Hostel in Friedrichshain – und eine Mannschaft, die diese Tage gemeinsam erlebt hat.

Verfassende: Martin Jüngst & Reinhard Wagler begleitende Lehrkräfte für das Marion Dönhoff Gymnasium