Wie können Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen gut zusammenleben? Was gibt unserem Leben Sinn und Halt? Und woran orientieren wir uns, wenn wir über Gerechtigkeit, Frieden und verantwortungsvolles Handeln nachdenken?
Wie überall in Hamburg lernen auch am Marion-Dönhoff-Gymnasium Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Glaubensrichtungen sowie Schülerinnen und Schüler ohne religiöse Zugehörigkeit gemeinsam im Religionsunterricht für alle. Ausgangspunkt ist die Überzeugung, dass religiöse und weltanschauliche Vielfalt zum gesellschaftlichen Alltag gehört. Der Unterricht unterstützt die Schülerinnen und Schüler dabei, sich in einer pluralistischen Gesellschaft zu orientieren, eine eigene Haltung zu entwickeln und selbstbestimmt zu handeln.
Im Mittelpunkt stehen grundlegende Fragen des menschlichen Lebens und Zusammenlebens. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit Menschenwürde, Gerechtigkeit, Frieden und Verantwortung und untersuchen, welche Werte und Normen verantwortungsvolles Handeln leiten können. Dabei lernen sie unterschiedliche religiöse und weltanschauliche Traditionen kennen und setzen sich mit deren Vorstellungen vom Menschen, von Gott, von Transzendenz und vom Sinn des Lebens auseinander.
Ein wesentliches Anliegen ist es, religiöse Deutungen zu verstehen und die eigene Position zu entwickeln. Die Schülerinnen und Schüler lernen, religiöse Überzeugungen und Praktiken in ihren jeweiligen Zusammenhängen zu erschließen, Fragen nach Gott und Transzendenz offen zu begegnen und sich kritisch mit unterschiedlichen Antworten auseinanderzusetzen. Zugleich üben sie, ihre eigenen Überzeugungen zu reflektieren, andere Standpunkte nachzuvollziehen und auch bei unterschiedlichen Auffassungen respektvoll miteinander ins Gespräch zu kommen.
Der Religionsunterricht eröffnet einen geschützten Raum für Dialog, Nachdenken und persönliche Fragen. Dabei geht es nicht darum, für alle dieselben Antworten zu finden, sondern unterschiedliche Perspektiven ernst zu nehmen, Gemeinsamkeiten zu entdecken und Unterschiede auszuhalten. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich unter anderem mit folgenden Fragen auseinander:
Wie können wir gut zusammenleben?
Was verbindet uns?
Woran orientiere ich mich?
Was gibt mir Halt und Sinn?
Was ist gerecht?
Was geht mich die Zukunft an?
Was macht mich glücklich?
Wir möchten die Schülerinnen und Schüler darin stärken, religiöse und weltanschauliche Vielfalt zu verstehen, eigene Überzeugungen reflektiert zu entwickeln und unterschiedliche Positionen respektvoll zu beurteilen. Sie sollen religiöse Traditionen und ethische Orientierungssysteme erschließen, Fragen nach Sinn, Gerechtigkeit und Verantwortung kritisch durchdenken und begründete Standpunkte entwickeln können. Unser Ziel ist es, Dialogfähigkeit, Toleranz und Verantwortungsbewusstsein zu fördern und die Schülerinnen und Schüler zu befähigen, sich selbstbestimmt und respektvoll in einer pluralistischen Gesellschaft zu orientieren und einzubringen.
Große Fragen gemeinsam erforschen